Mythos 1: Chlorhühner, Hormon-Fleisch und Genmais kommen nicht auf unsere Teller

Fakt ist: Lebensmittelstandards sind einer der heikelsten TTIP-Bereiche und wurden bislang nicht verhandelt. Auch das Chlorhuhn steht noch auf der Agenda. Aktuell üben die USA in den TTIP-Verhandlungen massiven Druck auf die EU-Kommission aus, die europäischen Standards in der Tiermast und bei gentechnisch veränderten Lebensmitteln zu senken. Denn in Europa gilt das Vorsorgeprinzip: Produkte und Verfahren können bereits bei Verdacht auf eine mögliche Gefährdung für Menschen, Tiere oder die Umwelt verboten werden. In den USA muss eine Gefährdung hingegen wissenschaftlich bewiesen werden. Deshalb werden in der US-Schweine- und Rinderzucht beispielsweise Wachstumshormone verfüttert, die in der EU verboten sind. Haben die US-VerhandlerInnen Erfolg, drohen US-Genmais und amerikanisches Hormonfleisch die europäischen Märkte zu überschwemmen.

Wenn die Pro-TTIP-Lobbyisten wie die Industriellenvereinigung behaupten, unsere Lebensmittel seien sicher, ist das folglich falsch! Zu diesem Schluss kommen auch die ExpertInnen einer Studie im Auftrag des EU-Parlaments: „Es besteht ein Risiko (…), dass durch TTIP gemeinsame Standards abgesenkt werden. In einigen Bereichen könnte die gesamte Struktur des europäischen Konsumenten- und Umweltschutzes gefährdet sein.“[1]

 

Quellen

[1] Studie im Auftrag des Ausschusses für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments (2014): Risks and Opportunities for the EU-Agri-Food Sector in a possible EU-US Trade Agreement, S.62

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